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„Das Lied in mir“ im Kino

Das_Lied_in_mirMaria, eine junge Frau aus Deutschland, kann sich nicht erklären, warum sie am Flughafen von Buenos Aires plötzlich ein spanisches Kinderlied mitsingen kann. Das Lied löst etwas in ihr aus, sie beschließt, in Argentinien zu bleiben und der Sache auf den Grund zu gehen. Marias Vater Anton eilt herbei. Er kann das mit dem Lied erklären, die ganze Wahrheit aber, die sagt er seiner Tochter nicht. Sie bekommt es aber heraus. Mit Macht arbeitet sich das Verdrängte an die Oberfläche und zersprengt auf seinem Weg ans Licht Identitäten, Beziehungen, Illusionen und Lebenslügen.

Florian Cossen erzählt in „Das Lied in mir“ nicht einfach nur vom schmerzhaften Ende gleich zweier Familiengeheimnisse. Er kontrastiert Marias Aufklärungsfuror mit Vertretern einer Gesellschaft, die über das historische Trauma der Militärdiktatur lieber weiter schweigen möchte. Er bildet die Zustände von Erschütterung und Unklarheit in fahrig-grobkörnigen, schmutzig-farbigen Bildern ab. Er lässt die Figuren in Räumen ohne Tiefenschärfe den Halt verlieren, nimmt den Zuschauern mit Jump Cuts die Orientierung. Er schafft so ein Spielfilmdebüt, das so geglückt wie eindringlich ist.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Rosa Merk

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Das Lied in mir“ im Kino in Berlin

Das Lied in mir, Deutschland/Argentinien 2010; Regie: Florian Cossen; Darsteller: Jessica Schwarz (Maria), Michael Gwisdek (Anton), Rafael Ferro (Alejandro); 93 Minuten; FSK 12

Kinostart: 10. Februar

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