Kino & Stream

Das Musical „Nine“ auf der Berlinale 2010

tip Im Film sagt Nicole Kidman in der Rolle eines Filmstars einmal, dass sie lieber ein Mann wäre. Können Sie das trotz Ihrer erfolg­reichen Karrieren nachvollziehen?
Kidman Niemand würde bestreiten, dass viel mehr bessere Rollen für Männer geschrieben werden als für Frauen. Aber diese Bastion beginnt zu wanken, für Angelina Jolie etwa sind die Geschlechter von Rollen umgeschrieben worden. Ich wünschte, das geschähe öfter.
Hudson Jede Wette: Dann heißt es, wir stehlen Männern die Arbeit.
Dench Es ist sinnlos, sich solche Gedanken zu machen. Man sollte dankbar dafür sein, was einem auf den Weg gegeben wurde. Und ansonsten: Hausaufgaben machen, Rolle spielen, Klappe halten. (lacht)
Kidman Ich beschwere mich nicht, ich wünschte mir nur Chancengleichheit. Denn wie oft hat man schon eine Chance wie „Nine“? Warum gibt es für uns nicht mehr solcher Möglichkeiten? Ich habe jedenfalls noch nie mit so einem Wahnsinns-Ensemble gearbeitet. Es kommt dann immer die Frage nach den Egos, doch bei dieser Produktion gab es keine Hackordnung. Wir bewunderten einander zu sehr. Ich stand mit Jetlag in der Kulisse und konnte kein Auge von Kates Tanznummer abwenden oder werde nie vergessen, wie Sophia Loren mein Baby hielt. Ich bin ein Fan all dieser Schauspielerinnen – und möchte sie in mehr guten Filmen sehen.

tip Es heißt seit Jahren, dass das Musical tot sei – bis jedes Jahr neue, aufwendigere Musicalfilme starten. Warum scheint das Genre ständig vom Abschuss bedroht?
Kidman Musicals werden ebenso wenig aussterben wie Western oder der Tonfilm. Das Kino ist eine so große Kunstform, dass sie allen Bedürfnissen etwas bietet. Musicals haben eben einen gewissen Zirkus-Charakter und fast schon altmodischen Showbiz-Touch. Das muss man nicht mal neu erfinden, wie es Baz Luhrmann gelang: Die Freude an einer guten Nummer überträgt sich noch heute wie vor 100 Jahren.

Interview: Roland Huschke

Nine (Special)
19.2., 21.00,
Friedrichstadtpalast
20.2., 17.30, Urania

zurück | 1 | 2

ZUr Übersicht: Heute auf der Berlinale

FILMKRITIK ZU OSKAR RÖHLERS „JUD SÜSS“ 

FILMKRITK: „DER GHOSTWRITER“ 

Mehr über Cookies erfahren