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„Das Neuss Testament“ in Anwesenheit des Regisseurs

Wenn sich Todestage Prominenter jähren, sind sie stets zur Hand – kleine Dokumentationen über deren Werdegang und Weggenossen. Nun ist Wolfgang Neuss an der Reihe – am 5. Mai 1989 war der „Mann mit der Pauke“ krebskrank verstorben. Drei Tage vor seinem Tod hat Neuss noch Regisseur Rüdiger Daniel in seiner Charlottenburger Wohnung empfangen und die Chance genutzt, seine Lebensstationen selbst zu kommentieren. „Man lebt nur ab, um zu leben“, sagt er süffisant, während Daniel ihn vor seiner Fotowand filmen darf. Ergänzt mit Passagen aus Neuss’ Filmen, diversen Kabarett­shows, seiner kurzen Arbeit für die Werbung, Zitate aus seiner Apo-Zeit und natürlich der grandiosen Begegnung mit „Ritchie“ von Weizsäcker in einer ZDF-Talkshow komplettiert sich „Das Neuss Testament„. Auch Verwandte, Sympathisanten und Freunde erinnern an den unbeugsamen Weltverbesserer. Allerdings ist das meiste davon nicht sonderlich erhellend, und so darf sich Wolfgang Neuss selber tragen, denn sein Humor bleibt selbst mit Zahnlücken charmant-bissig. Er hätte Besseres verdient.

Text: Cristina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Zwiespältig

Das Neuss Testament, Deutschland 2008; Regie: Rüdiger Daniel; Farbe, 72 Minuten

Vorpremiere in Anwesenheit des Regisseurs Rüdiger Daniel, Kino Central, Di 28.04. 19.30 Uhr 

Kinostart: 30. April

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