Kino & Stream

Das Portrait „On the Rumba River“ im Kino.

On The Rumba RiverAls Waise aufgewachsen, startete Wendo in den 1940er Jahren zunächst eine Karriere als Boxer, ehe er 1948 seine erste Platte aufnahm und in den 1950er Jahren mit seinem von der katholischen Kirche des kolonialen Kongo für satanisch gehaltenen Song „Marie Louise“ nationale Berühmtheit erlangte. Wendo beendete seine musikalische Karriere freiwillig, als 1961 der mit ihm befreundete erste Premier­minister des unabhängigen Kongo Patrice Lumumba ermordet wurde und der Diktator Joseph Mobutu wenig später die Macht übernahm. Erst nach Mobutus Abgang 1997 fing Wendo wieder an, zu musizieren.
Der Schweizer Regisseur Jacques Sarasin zeigt in seinem Porträt „On the Rumba River“ eine Reihe von Aufnahmen aus diesen späten Tagen – doch leider auch nicht viel mehr. Der Werdegang Wendos bleibt nahezu ausgespart, Herkunft und Bedeutung seiner Musik werden nicht erläutert, und auch die komplizierte politische Vergangenheit und Gegenwart des Kongo spielen so gut wie keine Rolle. Sarasin versucht sich an einem schwammigen Stimmungsbild und landet mit seiner Dokumentation zwischen allen Stühlen.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Uninteressant

On the Rumba River, Frankreich 2006; Regie: Jacques Sarasin; Farbe, 86 Minuten

Kinostart: 5. März 2009

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