Kino & Stream

Das Remake: „Carrie“ im Kino

Carrie

Der Schrecken beginnt wieder unter der Dusche: Von ihrer fanatisch religiösen Mutter nicht aufgeklärt, erlebt die sechzehnjährige Carrie White ihre erste Regelblutung als Albtraum, zumal ihre Mitschülerinnen sie hänseln und das, anno 2013, selbstverständlich mit ihren Handys filmen und ins Netz stellen. Diese Neuverfilmung von Stephen Kings Roman ist in jeder Hinsicht auf der Höhe der Zeit, Realismus ist die Devise, auch Julianne Moore gibt die fanatische Mutter als normal-fundamentalistisch, wo Piper Laurie 1976 in Brian de Palmas Filmversion ziemlich verrückt erschien. Ebenso wirkt die Gehässigkeit der bösen Mitschülerin hier wie die natürliche Verlängerung der Überheblichkeit einer Tochter aus begütertem Hause, die sich alles erlauben kann. Lässt die eingeschüchterte Carrie des Anfangs Chloë Grace Moretz’ Image als Hit Girl in den „Kick Ass“-Filmen noch vergessen, so wirkt das mit weiterentwickelter Computertechnik angereicherte Finale eher wie ein Prequel dazu – „Kick Ass: Origins“ gewissermaßen. Das ist umso enttäuschender, als Regisseurin Kimberly Peirce mit „Boys Don’t Cry“ einst eine sensible Pubertätsstudie vorgelegt hat.

Text: Frank Arnold

Foto: 2013 Sony Pictures Releasing GmbH

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Carrie“ im Kino in Berlin

Carrie, ?USA 2013; Regie: Kimberly Peirce; Darsteller: Chloë Grace Moretz (Carrie White), Judy Greer (Miss Dejardin), Portia Doubleday (Chris Hargensen); 100 Minuten; FSK 16

Kinostart: 5. Dezember

Mehr über Cookies erfahren