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„Das System – Alles verstehen heißt alles vergeben“ im Kino

Das System

Mike (Jakob Matschenz), Jahrgang 1989, wird kurz vor dem Abgleiten in die Kleinkriminalität eingeladen, Assistent des draufgängerischen Lobbyisten Konrad Böhm (Bernhard Schütz) zu werden. Lockmittel ist seine Beziehung zu Mikes verstorbenem Vater, über den sich Elke (Jenny Schily), die verletzliche Mutter des sympathischen jungen Drifters, ausschweigt. Böhm führt Mike an der Ostsee zwischen Rostock und Warnemünde ins neureiche Blendwerk cooler Hotelbars und Glasvillen ein. Hinter dieser ironisch elegant ausgeleuchteten Fassade enttarnt Mike die tragischen Todesumstände seines Vaters.
Mike wird zum Mitwisser eines korrupten Systems, das einem Baulöwen (Heinz Hönig) mit Stasi-Connection Aufträge beim Bau der deutsch-russischen Erdgaspipeline sichern soll. Kuriose Konspirationsidee des Drehbuchs: Ein Stasi-Greis (Thomas Holtz) liefert das kompromittierende Material aus seinem Bunker-Archiv. Die „Zersetzung“ des kapitalistischen Feindes ist zur Geschäftsidee mutiert. Marc Bauders Debüt ist ein intelligenter kleiner Politmafia-Thriller, der Mikes Suche nach Identität mit der jüngsten deutschen Geschichte verbindet.

Text: Claudia Lenssen

Foto: Katia Klose / Frisbeefilms

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Das System – alles verstehen heißt alles verzeihen“ im Kino in Berlin

Das System – alles verstehen heißt alles verzeihen, Deutschland 2010; Regie: Marc Bauder; Darsteller: Jacob Matschenz (Mike Hiller), Bernhard Schütz (Konrad Böhm), Jenny Schily (Elke Hiller); 92 Minuten; FSK 12

Kinostart: 12. Januar

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