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Familienkomödie

„Das unerwartete Glück der Familie Payan“ im Kino

Alle verpeilt – außer Mama: Ein Baby mit Ende 40

Foto: Wild Bunch

Nachdem Nicole schon mit 15 schwanger war, hatte sie die Sache mit dem Kinderkriegen im Griff. Eigentlich. Die Überraschung kommt natürlich ausgerechnet dann, wenn niemand mehr damit rechnet. „Ich dachte nicht, dass das noch geht“, sagt Nicole jetzt fassungslos – mit 49. Und ist sich keineswegs sicher, ob sie den „kleinen Untermieter“ (so der Originaltitel) behalten soll. Zumal sie quasi allein für den Unterhalt in ihrer Viergenerationenfamilie zu sorgen hat. Als da sind: Nicoles liebenswert senile Mamilette, der verpeilte Ehemann Jean-Pierre, der von der späten Karriere als Sporttrainer träumt, und die Tochter Arielle, die immer noch auf verantwortungslosen Teenager macht, obwohl sie selbst ein Kind hat – um das sich natürlich meistens auch Nicole zu kümmern hat. Schon bald wird die Schwangere von skurrilen Tagträumen geplagt, die schrecklich nette Familie stellt sich letztlich als dysfunktional heraus. Na ja: fast.

Mit ihrem Spielfilmerstling präsentiert Regisseurin Nadège Loiseau eine ziemlich chaotische Familie, die aus dem Ruder läuft, sobald die starke Mama plötzlich nicht mehr wie ­gewohnt funktioniert. Ein feministischer ­Ansatz? Irgendwie schon, aber stellenweise auf Soap-Niveau. Ein bisschen weniger Hektik und etwas mehr Realismus hätte dem Film gut getan. So geht er allenfalls als einigermaßen schräge Komödienkost durch, die vor allem von der wie immer wunderbar aufspielenden Karin Viard („Poliezei“) souverän ins Plus ­gerettet wird.

Le petit locataire (OT) F 2015, 99 Min., R: Nadège Loiseau, D: Karin Viard, Ohilippe Ebbot, Hélène Vincent, Manon Kneusé, Start: 20.7.

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