Dokumentarfilm

„Das Versprechen“ im Kino

Liebe und Lügen: „Das Versprechen“ rollt einen Mord von 1985 auf

Foto: Farbfilm

Wie weit würde man für den Menschen gehen, den man liebt? Jens Söring gestand einen Mord, den er nicht begangen hat. Er wollte damit seine große Liebe Elizabeth schützen. Das ist jedenfalls seine Version.
Elizabeths Eltern werden im März 1985 erstochen in ihrem Haus in Virginia aufgefunden. Als die Ermittler sich der Tochter und ihrem deutschen Freund zuwenden, fliehen die beiden. Asien, Europa, ein Abenteuer, ein Spiel. Dann werden sie gefasst. Söring gesteht, dann widerruft er: Elizabeth sei die Mörderin. Sie behauptet das Gegenteil. Söring sitzt seit 30 Jahren im US-Gefängnis.
Die Regisseure Marcus Vetter und Karin Steinberger haben sich seines Falls angenommen, tief in der Vergangenheit gewühlt und dabei etwa herausgefunden, dass am Tatort die DNA Sörings nie gefunden wurde. Der Film ist geschnitten wie ein Thriller, und zieht genauso in seinen Bann. In den originalen Gerichtsszenen hängt man an den Lippen der schönen Elizabeth, die genau zu wissen scheint, wie man Menschen für sich einnimmt. „Das Versprechen“ hat ein erklärtes Ziel: Söring soll in deutsche Haft überführt oder der Fall neu aufgerollt werden. Ein spannender Film, der mit einer menschlichen Tragödie erschüttert. Leonie Brovot

Das Versprechen D 2016, 124 Min., R: Marcus Vetter und Karin Steinberger, Start: 27.10.

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