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Drama 

Eine Frau zwischen Familie und Beruf: „Das Vorspiel“ im Kino

Höchste Ansprüche: Die Berliner Schauspielerin Ina Weisse entwirft in ihrer zweiten Regiearbeit intensives Drama über eine Frau, die sich und ihrer Umgebung alles abverlangt und dabei so manches Bedürfnis der Beteiligten übersieht

Foto: Judith Kaufmann / Port au Prince Pictures

Anna (endlich wieder im Kino zu ­sehen: Nina Hoss) ist Geigenlehrerin an einem Berliner Musikgymnasium, ihr Ehemann Philippe (Simon Abkarian) baut Celli – eine wirklich musische Familie, denn Sohn Jonas (Serafin Mishiev) spielt auch noch Geige.

­Annas neueste berufliche Herausforderung: Sie soll den sehr begabten Alexander (Ilja Monti) auf ein immens wichtiges Vorspiel vorbereiten. Gleichzeitig lässt sich Anna von ihrem Liebhaber Christian (der Däne Jens Albinus) dazu überreden, bei ­einem ­anspruchsvollen Quintett mitzuspielen. Ein bisschen viel auf einmal, da muss die ­Lehrerin, Mutter, Ehefrau und Geliebte ihre ­Familie zwangsläufig vernachlässigen – die ­Spannungen nehmen zu, besonders gegenüber Jonas, der eifersüchtig darauf reagiert, wie intensiv sich Anna mit ihrem Schützling Alexander auseinandersetzt.

Die Berliner Schauspielerin Ina Weisse entwirft in ihrer zweiten Regiearbeit (nach „Der Architekt“ von 2008 mit Josef Bierbichler und Matthias Schweighöfer) erneut ein (Familien-) Tableau, auf dem sich die Schauspieler voll entfalten können – mit nuanciert gespielten Sequenzen entsteht ein leises, ­intensives Drama über eine Frau, die sich und ihrer Umgebung alles abverlangt und dabei so manches Bedürfnis der Beteiligten übersieht. Gesten und Blicke bringen diffizile Konflikte zum Ausdruck, da wird nichts zerredet, sondern in Bildern erzählt. Nina Hoss ist einmal mehr brillant, ihre Figur erinnert in ihrer Konsequnez ein wenig an jene von Corinna Harfouch in „Lara“. Hoss wurde beim Filmfestival in San Sebastián als beste Schauspielerin geehrt.

Das Vorspiel D 2019, 99 Min., R: Ina Weisse, D: Nina Hoss, Simon Abkarian, Jens Albinus, Serafin Mishiev, Sophie Rois, Start: 23.1.

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