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„Das weiße Band“ vor US-Start

Nur noch zwei Filme laufen in diesem Jahr in den US-Kinos neu an: Neben der Tennessee-Williams-Verfilmung „Loss of a Teardrop Diamond„, der bereits 2008 in Toronto Weltpremiere feierte, geht heute auch Michael Hanekes Cannes -Gewinner „Das weiße Band„, eine Produktion von X Filme Creative Pool, ins Rennen um die amerikanische Publikumsgunst. Sony Pictures Classics setzt Hanekes Schwarzweißfilm über merkwürdige Vorkommnisse in einem norddeutschen Dorf zunächst nur in New York und Los Angeles ein und bringt ihn damit für die Academy Awards in Stellung, wo der Film bei den Auslandsoscars für Deutschland ins Rennen geht. In einem klassischen Platfformstart sollen in den nächsten Wochen bis zur Oscar-Verleihung Kopien dazukommen, um das kommerzielle Potenzial optimal auszuschöpfen.
Die Chancen von „Das weiße Bandstehen überaus gut. Nach dem Gewinn der Goldenen Palme sicherte sich die deutsch-österreichisch-französisch-italienische Koproduktion zuletzt drei Europäische Filmpreise und hatte beste Karten bei den amerikanischen Kritikern. Fast alle namhaften Kritiker hatten den Film in ihren Top-Ten-Listen. Zudem sicherte er sich eine Nominierung für einen Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film.
Alles andere als eine Oscar-Nominierung wäre eine Überraschung. Im Gegenteil: Weil viele der im Vorfeld als sichere Oscar-Kandidaten eingeschätzte Titel weder bei der Kritik noch beim Publikum großen Rückhalt erhielten, wachsen für „Das weiße Bandbei klugem Oscar-Campaigning von Sony Pictures Classics sogar die Chancen, beim auf zehn Titel erweiterten Bester-Film-Feld eine Rolle zu spielen. Außerdem ist Kameramann Christian Berger ein hochgehandelter Kandidat für eine Oscar-Nominierung.

Quelle: Blickpunkt:Film

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