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„David Wants To Fly“ im Kino

David Sievekings Regielaufbahn hatte noch nicht richtig begonnen, da steckte er schon in einer kreativen Krise. Sicher, Filme wollte er machen, so wie sein Vorbild David Lynch. Doch was tun, wenn dafür Einfälle und Abgründe fehlen? Glücklicherweise lieferte ihm Lynch höchstpersönlich, wenn auch unfreiwillig, die Idee für das Projekt „David Wants to Fly“: Sieveking folgte Lynchs Ruf und probierte die Transzendentale Meditation (TM) nach Maharishi Yogi aus, die der US-Meisterregisseur seit einigen Jahren intensiv promotet und die zu positiven Energien, Kreativitätsschüben und Weltfrieden führen soll.
Ist Sieveking der Sache gegenüber zunächst noch so aufgeschlossen, dass man seinen Film fast für TM-Werbung halten könnte, stellt er zum Unmut Lynchs und der Organisation zunehmend kritischere Fragen. Um eine Abrechnung handelt es sich bei seinem Film jedoch nicht. Der Regisseur stellt sich vielmehr selbst ins Zentrum eines bisweilen etwas weit ins Persönliche driftenden Selbstversuchs. Zwischen Deutschland, der Schweiz, Indien und den USA entwickelt sich eine Suche nach wahrer Spiritualität, die parallel dazu einen skurrilen Einblick in die absurde Realität des milliardenschweren Guru-Unternehmens gibt.

Text: Sascha Rettig

Foto: Adrian Stähli Berlin

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „David Wants To Fly“ im Kino in Berlin

David Wants to Fly, Deutschland/Schweiz/Österreich 2009; Regie: David Sieveking; Farbe, 97 Min.

Kinostart: 6. Mai

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