Dokumentarfilm

„Deportation Class“ im Kino

„Aufenthaltsbeendende Maßnahmen“, steht auf der Signaljacke eines deutschen Polizisten, zusätzlich in Englisch: „Measurements Terminating a Sojourn“

Foto: Pier53

Auf Albanisch hätte auch noch Sinn gemacht bei den Amtshandlungen, von denen dieser Dokumentarfilm einen Eindruck vermittelt. Mitten in der Nacht bekommt eine albanische Familie Besuch von den Behörden. Es bleiben nur Minu­ten, um das Nötigste zu packen, dann geht es mit dem Bus zum Flughafen Rostock-Laage.

So konkret hat man eine Abschiebung wohl noch nie beobachten können, Die Filmemacher Carsten Rau und Hauke Wendler ließen sich offensichtlich „embedden“, um zeigen zu können: Wie wirkt sich die Gesetzeslage konkret auf Einzelschicksale aus? In „Deportation Class“ wird immer wieder beteuert, dass eine „Rechtslage umgesetzt“ wird (häufig von CDU-Innenminister Caffier, der sich am Morgen von Station zu Station chauffieren lässt und sich bei der Rechtsumsetzung fotografieren lässt). Rau und Wendler folgen zwei albanischen Familien zurück in eine Heimat, die als „sicheres Herkunftsland“ nur jenen Menschen erscheinen kann, die ihre Sicherheit in Deutschland für ­einen Besitzstand (und nicht für ein Privileg) halten.

Deportation Class D 2016, 85 Min., R: Carsten Rau & Hauke Wendler, Start: 1.6.

Mehr über Cookies erfahren