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„Der Auftragslover“ im Kino

Der Auftragslover

Der Auftragskiller erhielt seinen Nimbus im Unterhaltungskino nicht zuletzt deshalb, weil er seinem real existierenden Vorbild mit Maßanzug und Manieren zu Coolness verhalf. Die fehlt dem Auftragslover in Pascal Chaumeils gleichnamiger Komödie vollkommen, weil weder die ansprechenden Manieren noch der Anzug darüber hinwegtäuschen können, dass er ein reines Drehbuchgespinst ist, an dessen reale Existenz niemand glaubt. Der Verlust jeglicher Glaubwürdigkeit reduziert den Film auf die reine Form.
Protagonist Alex (Romain Duris) stößt auf Antagonistin Juliette (Vanessa Paradis), die ein verzogenes Töchterchen ist, das reich, aber langweilig heiraten will. Doch weil in ihrer makellosen Grace Kelly-coolen Hülle ein wildes Herz pocht, beginnt unser Held sie gegen jede Professionalität zu lieben. Als an das Happy End, Töchterchen und Profi finden zusammen, nicht mehr zu denken ist, passiert genau das. Musik, Kuss, Meer im Hintergrund und Schluss. Kann man das so machen? Man muss, wenn man, wie der Verleih es nennt, ein Feelgood-Movie drehen will. Und spätestens hier sollte man sich fragen, ob ein Grundrecht auf schlechte Laune nicht unbedingt ins Grundgesetz aufgenommen werden sollte.

Text: Nicolaus Schröder

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Der Auftragslover“ im Kino in Berlin

Der Auftragslover (L’arnacoeur), Frankreich 2010; Regie: Pascal Chaumeil; Darsteller: Romain Duris (Alex Lippi), Vanessa Paradis (Juliette Van Der Becq), Julie Ferrier (Mйlanie); 105 Minuten; FSK 0

Kinostart: 6. Januar

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