Historienabenteuer

„Der Duellist“ im Kino

Russisches Kostümkino mit hohlem Pathos

Foto: Kinostar

„Blut ist erschwinglicher als Geld.“ Das ist ein passendes Leitmotiv für einen Film, der sich nicht so recht entscheiden mag, ob er das Russland des 19. Jahrhunderts todernst nehmen soll, oder doch eher als eine kommerzielle Ressource, in der man prächtiges Kostümkino veranstalten kann. „Der Duellist“ von Alexey Mizgirev stellt einen Versuch dar, das russische Kino auf die Höhe westlicher Blockbuster zu bringen. Die Geschichte handelt von Duellen, und hat selbst die Form eines Duells. Der ehemalige Offizier Yakovlev verdient in St. Petersburg sein Geld (und das seines von Martin Wuttke gespielten Managers), indem er sich von reichen (Un-)Ehrenmänner engagieren lässt, die er in Duellen vertritt. Seine Ruhe im entscheidenden Moment hat mit einer Weissagung eines Schamanen vom anderen Ende des Landes zu tun, was Gelegenheit zu Rückblenden in tolle, entlegene Landschaften gibt. Yakovlev hält sich für unverwundbar, hat aber natürlich schon einige Wunden einstecken müssen, die ihn überhaupt zu der verhärteten Figur werden ließen, als die er sich präsentiert. Ausgerechnet mit seinem größten Gegner, Graf Beklemishev, muss er schließlich den Kampf um die Ehre, das Leben und das Herz einer Frau ausfechten. „Der Duellist“ ist halb übersteigertes Männerkino, halb große romantische Intrige, und zeigt mit seinem leeren Pathos vor allem, dass die Formeln, mit denen man aus Blut (oder Ketchup) Geld machen kann, in etwa so berechenbar sind wie russisches Roulette.

Duelyant (OT) RUS 2016, 109 Min., R: Alexey Mizgirev, D: Pyotr Fyodorov, Vladimir Mashkov, Martin Wuttke, Start: 6.7.

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