Kino & Stream

„Der gestiefelte Kater“ im Kino

Der gestiefelte Kater

Dass der gestiefelte Kater des DreamWorks-Animationsfilms mit dem Märchen von Charles Perrault kaum mehr als den Namen gemeinsam hat, dürfte eigentlich jedem klar sein, der den Kater bereits als Sidekick des grünen Ogers aus den „Shrek“-Filmen kennt. Etwas überraschend verkneift sich der Film jedoch auch jedwede Anspielung auf dieses überaus populäre Franchise: Jenseits der bekannten Charakterisierung des Katers als etwas großmäuliger Draufgänger (und seines lustigen Tricks mit den tellergroßen Augen, die alle Herzen brechen sollen) leistet sich der Film in dieser Hinsicht nicht einmal ein Augenzwinkern – was ihm durchaus gut bekommt. Denn damit fällt zugleich auch all das weg, was an den DreamWorks-Filmen schon immer nervte und verhinderte, dass sie sich als vergleichsweise zeitlose Klassiker etablieren konnten: das unlustige Dauergequatsche von vermeintlich hippen Komikern und die vielen popkulturellen Anspielungen, deren Witz das eigene Verfallsdatum stets in sich trug.
„Der gestiefelte Kater“ hingegen leiht sich die Dramaturgie eines klassischen Hollywood-Abenteuerfilms: Action, Liebe und Verrat mischen sich gekonnt in komödiantischen und melodramatischen Momenten; auf amüsante Weise leicht gebrochen wird die Geschichte dabei durch die Diskrepanz zwischen der permanenten Selbstüberschätzung des Helden und seinen tatsächlich etwas eingeschränkten intellektuellen Fähigkeiten. Den Hintergrund für eine Story, in der der gestiefelte Kater gemeinsam mit der ihm mindestens ebenbürtigen Katze Kitty und einem reichlich dubiosen „Jugendfreund“ Zauberbohnen zu stehlen versucht, liefern indessen einige vor allem in angelsächsischen Ländern bekannte Märchen wie „Jack and the Beanstalk“ und der Abzählreim um das Ei Humpty Dumpty, das man auch aus Lewis Carrolls „Alice hinter den Spiegeln“ kennt. Die Vielzahl virtuos inszenierter Actionmomente gerät dem Film dabei nicht zum lautsprecherischen Selbstzweck, sondern besitzt eher eine vergnüglich-spielerische Qualität, zu der in diesem Fall auch die 3-D-Technik durchaus beiträgt.

Text: Lars Penning

Foto: Dream Works Animation

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Der gestiefelte Kater“ im Kino in Berlin

Der gestiefelte Kater (Puss in Boots), USA 2011; Regie: Chris Miller; Sprecher OF: Antonio Banderas (der gestiefelte Kater), Salma Hayek (Kitty Samtpfote), Zach Galifianakis (Humpty Alexander Dumpty); 91 Minuten; FSK 0

Kinostart: 8. Dezember

Mehr über Cookies erfahren