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„Der große Kater“ im Kino

DerGrosseKater„Der große Kater“ wird er genannt, der mächtige Mann, der im Mittelpunkt von Wolfgang Panzers Verfilmung des 1998 erschienenen, gleichnamigen Romans von Thomas Hürlimann steht. Der große Kater ist Schweizer Bundespräsident, und ein ganzes Land schaut und hört auf ihn. Doch der Thron, auf dem der Kater es schon so lange Zeit gemütlich hat, wackelt. Die Popularitätswerte sind im Keller, die Parteikollegen schmieden Intrigen. Vor allem aber stimmt im Privatleben nichts mehr: Sein Sohn ist sterbenskrank und seine Frau Marie ist ihm entfremdet. Als Ablenkungsmanöver kommt der bevorstehende Besuch des spanischen Königspaares da gerade recht. Panzers seltsamerweise mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnete, biedere Bebilderung einer vorhersehbaren Geschichte handelt vom Politischen und vom Privaten und davon, wie das eine mit dem anderen zusammenhängt. Das sieht so belanglos aus, wie es sich hier liest, und nicht einmal das schauspielerische Können der Beteiligten kann etwas daran ändern. Motive, Gefühle und Handlungen der Figuren bleiben an der aufwendig in Szene gesetzten Ober­fläche bis am Ende alles in fernsehtauglicher Rührseligkeit absäuft.

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Der große Kater“ im Kino in Berlin 

Der grosse Kater Schweiz/Deutschland 2009; Regie: Wolfgang Panzer; Darsteller: Bruno Ganz (Kater), Ulrich Tukur (Dr. Stotzer/Pfiff), Marie Bäumer (Marie); 88 Minuten; FSK 12

Kinostart: 28. Oktober

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