Schwarze Komödie

„Der Hund begraben“ im Kino

Leidlich komische Komödie über einen Mann, dem der Alltag entgleitet

© /GLORY FILM/ Hendrik Heiden

Hans Waldmann dürfte so um die 50 sein. Ein Langweiler, der es sich mit gutem Job, Eigenheim, Frau Yvonne (Juliane Köhler) und zwei pubertierenden Kindern ganz passabel eingerichtet hat. Doch dann übernehmen die Finnen die Papierfabrik und Hans ist seinen Posten los. Was er zuhause verheimlicht. Nächste Stufe im Desaster: Kurt (englisch „Kört“ ausgesprochen, wie bei Kurt Cobain). Der Hund läuft Hans’ Familie zu, und plötzlich spielt der Hausherr die zweite Geige, Yvonne hat nur noch Augen für den Vierbeiner. Chaos-Stufe 3: Mike (Georg Friedrich). Ihn bittet Hans um Hilfe, als die Situation nach dem „Verschwinden“ des Hundes eskaliert ist. Doch was macht der Kerl? Er nistet sich einfach im trauten Hause Waldmann ein.

Nach seinem erfolgreichen Debüt „Die Hummel“ präsentiert Autor und Regisseur Sebastian Stern erneut eine schwarze Komödie. Zu Beginn verfolgt man den Niedergang eines Otto Normalverbraucher, der sich immer mehr in seinem Lügengebilde verstrickt, mit Amüsement. Doch mit zunehmender Dauer geht einem die Stoffeligkeit des Hans Waldmann auf die Nerven, und bei einigen der wagemutigen Schlenkern in der Geschichte hört man arg das Drehbuch rascheln, wirkt die Entwicklung der Geschichte doch sehr an den (Hunde-)Haaren herbeigezogen. So hält sich der Unterhaltungswert trotz der formidablen Besetzung und einigen hübschen Einfällen in Grenzen. Martin Schwarz

Der Hund begraben D 2016, 86 Min., R: Sebastian Stern, D: Justus von Dohnányi, Juliane Köhler, Georg Friedrich

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