Historiendrama

„Der junge Karl Marx“ im Kino

Streitbare Männer: „Der junge Karl Marx“ möchte die Welt verändern

Foto: Neue Visionen

„Ein Gespenst geht um in Europa“ – der ­berühmte Anfang des Manifests der kommunistischen Partei von 1848. In Zeiten, in denen die „Märkte“ über das Wohl von Milliarden Menschen entscheiden, sollte man mal auf die Ursprünge des Klassenkampfes blicken. Der Haitianer Raoul Peck hat sich die Entstehung dieses Manifests vorgenommen.
Kein Wunder, dass der 26-jährige Karl Marx skeptisch ist, als er 1844 im Pariser Exil dem zwei Jahre jüngeren Friedrich Engels begegnet. Schließlich ist der ein Spross aus einer Fabrikantenfamilie. Marx und Engels bemühen sich, der Arbeiterklasse den theoretischen Überbau zu liefern. An ihrer Seite zwei starke Frauen: die aus reichem Hause stammende Jenny Marx und die ­irische Arbeiterin Mary Burns. Doch die beiden streitbaren Männer haben nicht nur die Obrigkeit gegen sich, auch andere Führer des revolutionären Gedankens wie Pierre Proudhon oder Wilhelm Weitling sind sich in der Strategie uneins.
In einem sorgfältigen Setting entspinnt Raoul Peck ein sehr konventionell inszeniertes Historiendrama, bei dem er vor allem die Leidenschaft der jungen Männer in den Vordergrund stellt. Sie wollen die Welt verändern und sind auch bereit, den gewalttätigen Klassenkampf zu propagieren. Das ist spannend erzählt und reflektiert die Verhältnisse von Arbeit und Abhängigkeiten. Marx und Engels konnten nicht ahnen, was aus ihren Ideen für Katastrophen beschworen wurden. Ideen, für die die Menschen wohl nicht gemacht sind.

Der junge Karl Marx F/D/B 2016, 118 Min., R: Raoul Peck, D: August Diehl, Stefan Konarske, Vicky Krieps, Start: 2.3.

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