Biopic

„Der Junge muss an die frische Luft“ im Kino

Das mit der zusätzlichen Schriftsteller-Karriere im Leben des Entertainers Hans-Peter Kerkeling war so wohl nicht geplant. Oder konnte jemand ahnen, dass die Schilderung einer Wanderung auf dem Jakobsweg zum Bestseller avancieren würde?

Warner/ Julia Terjung

Danach hat Kerkeling in ­Romanform aus seiner Kindheit erzählt – erneut mit Erfolg. Nun also der Film zum Buch. Drei Frauen stechen in der Adaption hervor: Ruth Toma (Drehbuch), Judith Kaufmann (Kamera) und Caroline Link (Regie). Ihnen ist es zu verdanken, dass dieser Ausflug in die 70er durch zwei Umstände besticht: die trotz der Konflikte wohltuend ­unspektakuläre Dramaturgie – und die Inszenierung des Hauptdarstellers, denn Julius Weckauf als kleiner Hape ist sensationell.

Im Jahr 1972 hat sich der achtjährige Hans-Peter in der Schule ein entwaffnendes Mittel gegen Angriffe zurechtgelegt: Humor. In der Familie stehen neben Mama Margret und Vater Heinz die Großeltern im Zentrum von Hans-Peters Mikrokosmos. Denn Oma Bertha und Opa Hermann sind ebenso um den Jungen bemüht wie Oma Änne und Opa Willi. Mit ­seinem Hang zur Show rettet Hans-Peter so manche unterkühlte Situation. Doch gegen die zunehmenden Depressionen seiner Mutter kommt auch er nicht an.

Regisseurin Link sagt: „Viel Optimismus, Humor und Zuversicht. Den Trost einer Großfamilie mit wunderbaren Charakteren. Ich habe versucht, eine Form zu finden, die das alles nebeneinander zulässt, ohne über den großen Schmerz in Hapes Kindheit oberflächlich hinwegzugehen.“ Es ist ihr gelungen.

Der Junge muss an die frische Luft D 2018, 95 Min., R: Caroline Link, D: Julius Weckauf, Luise Heyer, Sönke Möhring, Start: 25.12.

Mehr über Cookies erfahren