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Der Kinamo – Emanuel Goldbergs entfesselte Kamera

Im Arsenal wird heute der „Kinamo“ vorgestellt, eine Art Vor-Vorläufer der Video-Kamera. Der Wissenschaftler Emanuel Goldberg hatte die kleine Normalfilmkamera 1921 für den geneigten Filmamateur konstruiert. In kleinen Werbefilmen, die er drehte, um die Kamera bekannt zu machen, agierte er selbst als Darsteller und Regisseur.
Emanuel GoldbergGoldberg filmte das eigene familiäre Leben in Dresden. Seine Frau Sophie, die Kinder Herbert und Renate und er selbst spielen dabei die Hauptrollen. Goldberg verlebte im März 1927 einen Urlaub in den Alpen mit Studenten der TH Dresden. So und anders verlaufen die Werbefilme unter seiner Regie.
Das besondere an der Kamera war, das ohne Stativ gefilmt werden konnte, also auch bei Wind und Wetter, von nah und fern, einfach aus der Hand.
„Kinamo-Aufnahmen“ sollten den Filmabend unterhaltsamen und lehrreichen gestalten, sowie lange Winterabende verkürzen.
Kinamo Filme verweilen nah am Ereignis und werden aus kurzen Szenen komponiert. Nicht nur Wilfried Basse und Ella Bergmann-Michel griffen auf jene Kamera zurück, aufgrund der Qualitäten, wie Beweglichkeit und Einstellungslängen. Sehr beliebt war der „Kinamo“ auch als „versteckte Kamera“ für Aufnahmen von illegalen Delikten.
Zu sehen ist heute Abend im Arsenal eine Zusammenstellung der Filme von Emanuel Goldberg. Nach den Filmen präsentiert Michael K. Buckland seine Publikation „Emanuel Goldberg and his Knowledge Machine“.

Werbe- und Dokumentarfilme der 20er Jahre mit dem Kinamo, Kino Arsenal, Mo 9.3. 19 Uhr

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