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Der Kinderfilm „Die Stimme des Adlers“ im Kino

Und diese Landschaft wird in „Die Stimme des Adlers“ in eindrucks­vollen Panoramaschwenks erfasst. Bazarbai ist zwölf Jahre alt und sehnt sich nach der großen Stadt, doch in die wird sein älterer Bruder zum Geldverdienen ge­schickt, während er selber die Jagd mit dem Adler erlernen soll. Damit der Junge und der Adler sich ge­genseitig akzeptieren lernen, ist eine Odyssee durch die Steppe notwendig. „Die Stimme des Adlers“ ist ein gelungener, mit Laiendarstellern gedrehter Familienfilm, selbst wenn er am Ende das Tempo anzieht und sich zwischen Slapstick und Drama verirrt. Zuvor nimmt er sich Zeit für die Beobachtung eines fremden Alltags, ohne dabei in eine falsche Idyllenmalerei zu verfallen. Gleich zu Beginn sieht man, wie eines der Packtiere der Nomaden eine Satellitenschüssel transportiert, spä­ter wird Bazarbai in der Einöde auf eine halbfertige Plattenbausiedlung stoßen. Eine Geschichte vom Erwachsenwerden zwischen Tradition und Moderne, die an die Filme von Byambasuren Davaa („Die Geschichte vom weinenden Kamel“ und „Die Höhle des gelben Hundes“) erinnert.

Text: Frank Arnold

Orte und Zeiten: „Die Stimme des Adlers“ im Kino in Berlin

tip-Bewertung: Sehenswert 2

Die Stimme des Adlers (The Eagle Hunter’s Son), Deutschland/Schweden 2008; Regie: Renй Bo Hansen; Darsteller: Bazarbai Matei (Bazarbai), Serikbai Khulan (Inaara), Mardan Matei (Bazarbais Vater); Farbe, 90 Minuten

Kinostart: 18. Juni

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