Pagenkopf im Realfilm

„Der kleine Spirou“ im Kino

Nicolas Barys Adaption der legendären Comicfigur Spirou erzählt von Identitätsfindung zwischen den Erwartungen der Eltern und den eigenen Wünschen

Belvision/ Thibault Grabherr

In Uniform und rotem Hütchen steht der zwölfjährige Spirou (Sasha Pinault) vor dem Spiegel. Auch wenn es seit Generationen Familientradition ist, kann er sich kaum vorstellen, nach den Ferien auf die Hotelpagenschule zu gehen. Während seine Mutter (Natacha Régnier) und Großvater Pepe (Pierre Richard) ihr Bestes geben, ihm das Aufzugfahren und Kofferschleppen schmackhaft zu machen, will Spirou viel lieber Abenteurer werden. Mindestens muss er aber noch schnell die Welt bereisen, bevor der Ernst des Lebens beginnt – und auch der hübschen Suzette (Lila Poulet-Berenfeld), seiner Banknachbarin, muss er noch seine Liebe gestehen.

Ein enger Zeitplan, zumal die fiesen Sitzenbleiber und Streber in der Schule alles dafür tun, um sich Spirou in den Weg zu stellen. Zum Glück helfen ihm seine drei besten Freunde dabei, das abenteuerliche Transportmittel für die große Reise zu bauen: Den „Subukitu“, halb Fahrrad, halb Raketenantrieb, der mit Beiwagen genug Platz für Spirous und Suzettes große Fahrt bietet. Zusammen bereisen sie die Südsee, Asien und Russland – und das ganz ohne das Land zu verlassen. Denn auch hier springen Spirous Freunde ein, um für die authentische Atmosphäre mit Radio-Möwengeräuschen oder Rasensprenger-Monsun zu sorgen.

Nicolas Barys Familienfilm erzählt von Identitätsfindung zwischen den Erwartungen der Eltern und den eigenen Wünschen. Knallige Figuren erinnern an die legendäre, mittlerweile 80 Jahre alte Comicvorlage – leider kommen sie anders als dort aber kaum über ihre stereotypen Charakterisierungen hinaus. Dennoch unterhaltsam.

Der kleine Spirou F/B 2017, 86 Min., R: Nicolas Bary, D: Sacha Pinault, Francois Damiens, Pierre Richard, Ntacha Régnier, Start: 15.11.

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