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Der Kreislauf des Lebens in „Samsara“

SamsaraGolden glänzen die Pagoden von Bagan (Myanmar) im Licht – eine vom Fesselballon aus gedrehte Einstellung von berückender Schönheit. Ohne Worte werden mit Musikuntermalung weitere 70mm-Filmbilder von brillanter Qualität gezeigt: Natur- und Architekturaufnahmen, Licht- und Schattenspiele, Gesichter, Rituale. Ein auf Dauer ermüdender, weil entrückter Bilderbogen aus aller Welt. Ein Performance-Auftritt leitet dann zivilisationskritische Sequenzen von großer Intensität ein, die Analogien schaffen von Massentierhaltung zur denaturierten Massenhaltung von Menschen, die monoton am Fließband Massenprodukte herstellen, wie mechanisch ihre Freizeitaktivitäten, militärische und religiöse Riten verrichten, und eingepfercht hausen in Luxuswohnanlagen, Slums oder Gefängnissen. Ameisenhaftes Menschengewimmel im Zeitraffer, eine überwältigende Bilderflut ohne spirituelle Tiefe. In Michelangelo Frammartinos Kinomeditation „Vier Leben“ wurde der mit dem Sanskrit-Wort Samsara bezeichnete Kreislauf von Leben, Tod und Neugeburt mit formal schlichten Mitteln weit eindringlicher dargestellt.  

Text: Ralph Umard
Foto: Busch Media Group
tip-Bewertung: Zwiespältig

Samsara: Orte und Zeiten in Berlin
USA 2011; Regie: Ron Fricke; 102 Minuten; FSK 0

Kinostart: 23. August

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