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„Der letzte Mentsch“ im Kino

Der letzte Mentsch

Als der alleinstehende Marcus (Mario Adorf) mal wieder einer Beerdigung beiwohnt, macht er sich Gedanken um das eigene Ende. Auf dem jüdischen Friedhof will er eines Tages beigesetzt werden. Doch benötigt der Holocaust-Überlebende dafür Geburtspapiere, um die er sich in Jahrzehnten der Verdrängung nie bemühte. So macht er sich unwillig in seine ungarische Heimat auf, um dort einen Zeugen seiner jüdischen Kindheit zu finden. Begleitet wird er von einer spontan verpflichteten Fahrerin aus der Nachbarschaft, einer rotzigen Kölner Türkin. Als „odd couple“ geben Adorf und die junge Katharina Derr ein überzeugendes Gespann ab. Seine anfängliche Stilsicherheit verliert der Film jedoch zunehmend. Die erblindete weise Jüdin Ethel etwa – theaterhaft: Hannelore Elsner – wirkt wie ein Fremdkörper in der Geschichte, die als angerauter Roadtrip viel besser funktioniert hatte.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Felix von Mutalt

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Der letzte Mentsch“ im Kino in Berlin

Der letzte Mentsch?, Deutschland/Schweiz/Frankreich 2013; Regie: Pierre-Henry Salfati; ?Darsteller: Mario Adorf (Marcus), Katharina Derr (Gül), Hannelore Elsner (Ethel); 93 Minuten; FSK 12

Kinostart: 8. Mai

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