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„Der Mondmann“ im Kino

Der Mondmann

Eines Nachts ergreift der Mondmann – dem es nachtein, nachtaus allein auf dem Mond arg langweilig geworden ist – kurzentschlossen den Schweif eines vorüberziehenden Kometen und lässt sich mitreißen. Der Komet prallt auf die Erde, und der Mondmann sorgt unter Groß und Klein für beträchtliche Turbulenzen, die bald auch ihm selbst über den vergleichsweise riesigen Kopf zu wachsen drohen. So vielfältig wie die bildlichen Strategien, die Stephan Scheschs Zeichentrickverfilmung des gleichnamigen Kinder-Bilderbuchs von Tomi Ungerer für die visuelle Umsetzung seiner verschiedenen Handlungsstränge bereithält, so vielfältig ist die Musikauswahl. Mal glaubt man sich in die Gemälde von Henri Rousseau versetzt, dann wieder landet man in der schwerelosen Welt der Pittura Metafisica. Mal übernimmt Leonardo da Vinci die Ausstattung, dann wieder stehen George Grosz’ verzerrte Menschengesichter Pate. Dazu erklingen Klassiker, Ambient-Jazz, psychedelische 60er-Jahre-Kracher und sanfte Chansons. „Der Mondmann“ platzt vor liebevoll ausgedachten Details und wilden Einfällen förmlich aus allen Nähten. Er ist ein verträumtes, wundervolles und freies Werk mit einem großen Herzen.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Neue Visionen Filmverleih

tip-Bewertung: Herausragend

Orte und Zeiten: „Der Mondmann“ im Kino in Berlin

Der Mondmann, Deutschland/Frankreich/Irland 2012; Regie: Stephan Schesch; Stimmen: Katharina Thalbach (Mondmann), Ulrich Tukur (Präsident), Corinna Harfouch (Conquista); 96 Minuten; FSK 0

Kinostart: 14. März

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