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„Der Plan“ im Kino

der_planWenn es um Geschichten geht, in denen sich das Leben als einzige große Verschwörung entpuppt, dann kommt man in Hollywood gern auf Philip K. Dick zurück. Auch „Der Plan“, nach einer Kurzgeschichte von 1954, befasst sich mit dem Gedankenspiel um eine heimliche Kontrollmacht, die das menschliche Geschick steuert.

Im Debütfilm von George Nolfi gibt Matt Damon einen aufstrebenden Jungpolitiker, der eine sicher geglaubte Senatswahl überraschend verliert und am Abend der Niederlage zufällig der Liebe seines Lebens (Emily Blunt) über den Weg läuft. Als der Politiker die junge Frau in einem Linienbus wiedertrifft, rückt die Liebe an die erste Stelle seiner Prioritätenliste. Dagegen kämpft ein düster auftretendes „Anpassungsteam“ an: bürokratisch anmutende Kontrolleure, die Damon einbläuen wollen, dass es einen höheren Plan für ihn gebe und er deswegen auf seine Liebe verzichten muss.

Das gibt Anlass für viele Action­szenen, in denen Damon versucht, den Kontrolleuren, die sich per Filzhutzauber an entlegene Stellen der Stadt beamen können, ein Schnippchen zu schlagen. Der Science-Fiction-Plot rückt zunehmend an den Rand, was der Film auch nicht kaschiert; im Gegenteil geht Regisseur Nolfi auffällig sparsam um mit genretypischen Elementen. An futuristischen Gimmicks etwa gibt es neben den charmanten Hüten wenig mehr als altertümliche Notizbücher, in denen sich der Bewegungsplan der Zielperson per digitalem Zauber von selber einzeichnet. Die Zurückhaltung an Effekten kommt der Liebesgeschichte zugute. Damon und Blunt laufen denn auch zu hoher Form auf als wortgewandtes Pärchen, das sich dank ironischer Schlagfertigkeit auf Anhieb versteht. Der schauspielerfreundlichen Regie sowie der Klasse des auch in den Nebenrollen gut besetzten Ensembles ist es zu verdanken, dass „Der Plan“ poetische Qualität entfaltet.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Andrew Schwartz

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Der Plan“ im Kino in Berlin

Der Plan USA 2011; Regie: George Nolfi; Darsteller: Emily Blunt (Elise Sellas), Matt Damon (David Norris), Daniel Dae Kim; 109 Minuten; FSK 12

Kinostart: 10. März

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