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Der Rhythmus des Lebens: Das Afrikamera-Festival im Arsenal

Democracy in Dakar

Auch in dem Dokumentarfilm „Democracy in Dakar“ (Ben Herson, Magee McIlvaine, Chris  Moore, USA/ Senegal 2009) dreht sich alles um Hip-Hop. Rund um den senegalesischen Wahlkampf 2007 fingen die Filmemacher Stimmen von Journalisten, Künstlern und Politikern ein, wobei sich zeigt, dass die Hip-Hop-Künstler einer der wenigen Gruppen sind, die trotz Einschüchterungsversuchen noch offen Kritik an den vorherrschenden Umständen äußern.
Wie sehr gerade Musik im Afrika südlich der Sahara traditionell Sprachrohr gegen Unterdrückung ist, zeigen aber auch die anderen Filme, die dieses Jahr bei Afrikamera zu sehen sind. Die Dokumentation „In The Steps of Bembeya Jazz“ (R: Abdoulaye Diallo, Burkina Faso, Belgien 2008) zeigt, wie die gleichnamige Band Bembeya Jazz bei der guineischen Bevölkerung den Willen zur Rebellion mit einer Mixtur aus kubanischem Salsa, Rumbaklängen aus Zaire, modernen elektrischen Gitarren und traditionelle Melodien bis zur Entfesselung anfeuert und schließlich zum Aushängeschild der guineischen Revolution von Sйkou Tourй wurde. Sehr viel ruhiger, aber nicht weniger beeindruckend und respekteinflößend, wirkt dagegen „Yandй Coudou, the Griot of Senghor“ (R: Angиle Diabang Brener, Senegal 2008), eine 80-jährige Sängerin und eine der letzten führenden Sängerinnen der polyphonen Poesie der Serere, einem Volk im Senegal. Lйopold Sйdar Senghor, ein senegalesischer Intellktueller, Mitbegründer der Nйgritude und senegalesischer Staatspräsident von 1960 bis 1980, soll einer der größten Bewunderer Yandй Coudous gewesen sein. Welchen Einfluss die Musik auf afrikanische Politik hat, wird bei Afrikamera im Rahmen der Podiumsdiskussion „Soundtracks – Politics of Sound“ konsequenterweise ebenfalls erötert. Mit dabei auf der Bühne: Angиle Diabang Brener, die Regisseurin des filmischen Portraits Yandй Coudous.

Text: Eva Apraku

Afrikamera, Kino Arsenal, Potsdamer Straße 2, Tiergarten, Mi 11.11. – Sa 14.11., Tel.: 269 55-100, www.afrikamera.de

Mittwoch, 11.11., 20 Uhr, Kino 1
Jerusalema
Ralph Ziman Südafrika 2008 Beta SP engl. OF 120 min
 
Donnerstag, 12.11., 19 Uhr, Kino 2
Rome Rather Than You
Tariq Teguia Algerien/F/D 2006 OmE 111 min

21 Uhr, Kino 2
Whatever Lola Wants
Nabil Ayouch Kanada/F/Marokko 2007 engl. OF 115 min

Freitag, 13.11.,19 Uhr, Kino 2
Democracy in Dakar
Ben Herson, Magee McIlvaine, Chris Moore USA/Senegal 2009 Beta SP engl. OF 69 min

21 Uhr, Kino 2
In the Steps of Bembeya Jazz
Abdoulaye Diallo Burkina Faso/Belgien 2007 Beta SP OmE 80 min
 
Samstag, 14.11., 17 Uhr, Kino 2
Podiumsdiskussion „Soundtracks – Politics of Sound“
Es diskutieren: Smockey (Musiker), C. Karim Chrobog (Regisseur), Angиle Diabang Brener (Regisseurin), Dr. Marie-Hйlиne Gutberlet (Goethe-Universität Frankfurt/Main); Eintritt frei

19 Uhr, Kino 2
Yandй Codou, the Griot of Senghor
Angиle Diabang Brener Senegal 2008 DVCam OmE 52 min
In Anwesenheit der Regisseurin Angиle Diabang Brener

21 Uhr, Kino 2
War Child
C. Karim Chrobog USA/Sudan 2008 Beta SP engl. OF 94 min
In Anwesenheit des Regisseurs

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