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"Der Schamane und die Schlange" im Kino

"Der Schamane und die Schlange" im Kino

Eine Reise ins Herz der Finsternis, bei der der Blick des weißen Mannes gebrochen wird durch den Blick des Eingeborenen: ein Erkenntnisprozess. Zwei Reisen den Amazonas hinauf parallelisiert der Film, die erste unternimmt der deutsche Forscher Grünberg auf der Suche nach der Yakruna-Pflanze; die zweite der Amerikaner Schultes, vier Jahrzehnte später, um das letzte Exemplar der Pflanze aufzuspüren. Beide reisen mit demselben Schamanen. Beim zweiten Mal weiß er mehr von der Gefährdung seines Volkes.
Inspiriert wurde der Film von den Aufzeichnungen der realen Forscher Theodor Koch-Grünberg und Richard Evans Schultes; beides keine Eroberer, sondern Wissenschaftler, die sich um Verständnis bemühen, dem aber selber Grenzen setzen. So wenn Grünberg die Herausgabe seines Kompasses von den Indios einfordert, seine ­Argumentation: Durch den Umgang mit dem Kompass würden die Indios ihre Fähigkeit verlieren, Sonne und Sterne zu lesen. Wenn allerdings der Schwarzweißfilm mit einem Grammophon im Urwald Herzogs "Fitzcarraldo" zitiert, dann könnte man daraus einen Rückgriff auf Bilder aus dem Repertoire des Kunstkinos lesen.    

Text: Frank Arnold

Foto: MFA

Orte und Zeiten: Der Schamane und die Schlange

El abrazo de la serpente (OT) KOL/VEN/ARG 2015, 125 Min., R: Ciro Guerra, D: Nilbio Torres, Antonio Bolivar, Jan Bijvoet

?Kinostart: Do, 21. April 2016

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