Parabel

„Der Schatz“ im Kino

Geschichte im Garten: Ob „Der Schatz“ auf einem rumänischen Grundstück existiert?

Foto: Grandfilm

Es wirkt wie ein eher verzweifelter Versuch, Geld aufzutreiben, was der Nachbar dem ­jungen Rumänen Costi vorträgt: In seinem ­Garten in einem Dorf ist vielleicht ein Schatz vergraben. Man bräuchte nur einen Metall­detektor, und dann müsste man eben eine Schaufel in die Hand nehmen. Costi lässt sich auf das zweifelhafte Projekt ein, und siehe da, bei der Suche in Corneliu Porumboius „Der Schatz“ kommt tatsächlich etwas heraus: eine der besten Pointen, die es im Kino seit langem gegeben hat.
Man könnte es auch so sagen: Die ganze ­Geschichte des (post-)kommunistischen ­Rumänien liegt in diesem Garten vergraben, der nicht zufällig in einem Ort liegt, in dem im 19. Jahrhundert eine erste (bürgerliche) Revolution die gesellschaftlichen Verhältnisse zu ändern versuchte. Corneliu Porumboiu, der 2006 mit der finsteren Revolutionskomödie „12.08 – Östlich von Bukarest“ zum ersten Mal auf sich aufmerksam machte, ist einer der klügsten Erzähler im rumänischen Kino, das derzeit mit herausragenden Talenten nur so wuchert.
Porumboius Filme sind manchmal ein wenig spröde, weil er es bevorzugt, mit Implikationen zu arbeiten und die wichtigen Dinge in Details zu verstecken. Mit „Der Schatz“ erreicht sein ohnehin schon beeindruckendes Werk einen neuen Höhepunkt, nicht zuletzt an subtiler ­Komik.

Comoara (OT) ROM/F 2015, 89 Min., R: Corneliu Porumboiu, D: Toma Cuzin, Adrian Purcarescu, Corneliu Cozmei, Start: 6.10.

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