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„Der Seidenfächer“ im Kino

Der Seidenfächer

Es sind ausschließlich große Gefühle, die Wayne Wangs amerikanisch-chinesischer Film zuzulassen bereit ist. „Der Seidenfächer“ erzählt unter pausenlos aufwühlendem Musikeinsatz von unzertrennlichen Frauenfreundschaften, die allen Schicksalsschlägen trotzen. Die Adaption des Bestsellers von Lisa See führt dabei zwei zeitlich auseinanderliegende Erzählungen parallel. Die Ausgangsgeschichte spielt im heutigen ­Shanghai vor dem Hintergrund globalisierter Ökonomie und schwindender Traditionsreste. Dort opfert die aufstrebende Nina ihre Karriere für die Freundschaft mit der ins Koma gefallenen Jugendfreundin Sophie. Dabei entdeckt sie deren Romanmanuskript, das die wechselvolle Geschichte zweier chinesischer Mädchen aus dem 19. Jahrhundert erzählt. Wie bei Nina und Sophie sind Lilys und Snow Flowers Existenzen bedingungslos miteinander verknüpft. Nicht nur die Doppelrollenbesetzung (die ­Heldinnen der beiden Episoden werden vom selben Darstellerpaar verkörpert) forciert den Pathos eines Melodramas, dessen ausschließliche Fixierung auf das Motiv des „weiblichen Opfers“ kaum für Zwischentöne sensibel ist.

Text: Michael Baute

Foto: Senator Film Verleih

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Der Seidenfächer“ im Kino in Berlin

Der Seidenfächer (Snow Flower And The Secret Fan), China/USA 2011; Regie: Wayne Wang; Darsteller: Jun Ji-hyun (Snow Flower/Sophia), Li Bingbing (Lily/Nina), Russell Wong (Bank CEO); 104 Minuten; FSK 6

Kinostart: 28. Juni

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