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„Der seltsame Fall des Benjamin Button“ von David Fincher

Der seltsame Fall des Benjamin Button„Sieben“-Regisseur David Fincher als Verantwortlicher eines zum Sterben schönen Liebesfilms? Das klingt ungefähr so, als sei Woody Allen zum Regisseur einer neuen „Star Wars“-Trilogie ernannt worden. Doch wenn man „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ dann endlich gesehen hat und noch wie benommen ist von den weltumspannenden Expeditionen des kauzigen Titelhelden (Brad Pitt), der 80 Jahre lang vom Greis zum Säugling rückwärts altert; wenn man tief berührt ist von der ungezwungenen Melancholie in den majestätischen Bilder-Tableaus, von der gefassten Haltung der Erzähler gegenüber Schicksalsschlägen – und der Anmut und Würde Cate Blanchetts in der weiblichen Hauptrolle –, dann realisiert man langsam in den Wochen danach, in denen einen „Benjamin Button“ immer wieder heimsucht wie ein guter Geist, dass dies alles eben doch originär Fincher ist.
Sechs Filme lang, ob in „Sieben“, „Fight Club“ oder „Zodiac“, zerrte er das Dunkle ans Licht und erschreckte sein Publikum, indem er klinisch und unerbittlich seinen Blick auf unsere Verwundbarkeit und Sterblichkeit richtete. „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, nur dem Titel nach auf einer Kurzgeschichte F. Scott Fitzgeralds basierend, macht nichts anderes:?Von Anfang an ist der Tod Benjamins vertrauter Begleiter. Die Akzeptanz des Unausweichlichen gibt ihm die Kraft, seinem Leben frei und ohne Furcht zu begegnen – und nebenbei Holly­woods größten Zyniker David Fincher als hemmungslosen Romantiker zu enttarnen.

Text: RH

Lesen Sie hier: Ein Interview mit Regisseur David Fincher.

tip-Bewertung: Herausragend

Der seltsame Fall des Benjamin Button (The Curious Case of Benjamin Button), USA 2008; Regie: David Fincher; Darsteller: Brad Pitt (Benjamin Button), Cate Blanchett (Daisy), Taraji P. Henson (Queenie); Farbe, 166 Minuten

Kinostart: 29. Januar 2009

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