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„Der Spion und sein Bruder“ im Kino

Die „Huffington Post“ schürfte mal tief am Boden: Sony bewerbe diesen Film so gut wie gar nicht Autor und Hauptdarsteller Sacha Baron Cohen müsse seinen Film komplett alleine in Talkshows betingeln. Grund für die Zurückhaltung des Vertriebs seien die schlechten Erfahrungen, die man im letzten Jahr mit der Nordkorea-Komödie „The Interview“ gemacht habe.
Cohen macht nun in seinem aktuellen Film einen sehr bösen Witz über Donald Trump, und mit dem möchte man sich nicht anlegen. Es wäre traurig, wenn es denn so wäre. Sacha Baron Cohen hat für seine Filme immer ein Guerilla-Marketing bevorzugt. Selbst für Martin Scorseses „Hugo“. Und in dem hatte er nur eine Nebenrolle.
In „Der Spion und sein Bruder“, seinem ersten eigenen Film seit vier Jahren, gibt Cohen nun den britischen Sozialhilfeempfänger Nobby, der vor über 20 Jahren von seinem geliebten Bruder Sebastian (Mark Strong) getrennt wurde. Als die beiden sich wiederfinden, soll Sebastian gerade im Auftrag des MI6 ein Attentat auf die reiche Wissenschaftsmäzenin Rhonda George (macht auch nur noch, worauf sie Lust hat: Penйlope Cruz) verhindern. Doch das geht schief – und plötzlich sind die beiden Brüder auf der Flucht.
Regisseur Louis Leterrier („Transporter“) hat die reichlichen Actionsequenzen sehr sauber, oft in Form eines Computerspiels inszeniert. Cohen, schon immer ein sehr guter Schauspieler, ist hier so komisch wie lange nicht mehr und hat mit dem ernsten Mark Strong einen tollen Sidekick. Und die Darstellung des britischen Sozialhilfemilieus ist sogar erstaunlich warmherzig. Aber Vorsicht: Natürlich hat Sacha Baron Cohen seinen Jungshumor (Stichwort: Sperma) beibehalten. Der ist schon sehr speziell.

Text: Lutz Göllner

Foto: Sony Pictures

Orte und Zeiten: Der Spion und sein Bruder

The Brothers Grimsby GB/USA 2016, 83 Min., R: Louis Leterrier, D: Sacha Baron Cohen, Mark Strong, Isla Fischer

Kinostart: Do, 10.3.2016

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