Drama 

„Der Unschuldige“ im Kino

Der Unschuldige, Foto: FilmKinoText

Vor 20 Jahren wurde Ruths Freund Andreas wegen Mordes verurteilt. In der Haft hat er den Kontakt zu ihr abgebrochen. Für Ruth ein schwerer Schlag, von dem sie sich nur mit Hilfe ihres neuen Mannes Hanspeter und der Religion erholte. Inzwischen hat sie zwei Töchter, arbeitet als medizinische Wissenschaftlerin und ist Mitglied einer sektenartigen Freikirche. Doch als sie plötzlich glaubt, Andreas wiedergesehen zu haben, gerät ihr fragiles Konstrukt aus dem Gleichgewicht. Dass Andreas angeblich nach der Haftentlassung bei einem Unfall gestorben ist, will sie nicht wahrhaben. Und als ihr Mann sie mit dem Gemeindeführer wegen ihrer Wahnvorstellungen einer Teufelsaustreibung unterzieht, fasst Ruth einen radikalen Entschluss…

Der Schweizer Regisseur und Autor Simon Jaquemet macht es sich, seiner Hauptfigur und dem Zuschauer nicht einfach. Er stellt viele Fragen, bietet keine eindeutigen Antworten, baut auf Ambivalenzen und Grenzüberschreitungen. Das ist schmerzhaft und verstörend. Wir sehen alles mit den Augen von Ruth (beeindruckend: Judith Hofmann) und müssen ihr doch fernbleiben. Fokussiert und doch unscharf. Alles fragwürdig. Grenzwertig. Ohne Verlass.

Der Unschuldige CH/D 2018, 114 Min., R: Simon Jaquemet, D: Judith Hofmann, Christian Kaiser, Thomas Schüpbach, Start: 5.12.

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