Klamotte

„Der Vollposten“ im Kino

Die in Italien erfolgreiche Komödie feiert nationale Klischees

Foto: Weltkino

Bereits 1934 sangen Hermann Leopoldi und Betja Milskaja (später auch Peter Alexander) den Gassenhauer „Am besten hat‘s ein Fixangestellter“. Ein Lied wie geschrieben für Checco Zalone (gespielt vom Komiker desselben Namens). Der Italiener wie er im Drehbuche steht hatte schon als Kind nur den einen Traum: Beamter werden. Was so viel bedeuten sollte wie: wenig bis nichts arbeiten, kleine Freundschaftsgeschenke von Kunden annehmen – und jeden Monat das „fixe“ Geld auf dem Konto. Checcos Traum wurde wahr.
Bis zu dem Zeitpunkt als eine große Reform – dahinter steckt doch bestimmt die böse EU! – alle überflüssigen Beamten loswerden will. Doch Checco bleibt hart: Auch die generöseste Abfindung lässt ihn nicht weichen, er wird an die unglaublichsten Stellen versetzt: in Flüchtlingscamps, in die eisigsten Regionen Nordeuropas – Checco bleibt hart. Und treibt damit seine oberste Vorgesetzte Sironi in den Wahnsinn.
Unglaubliche zehn Millionen Italiener strömten in diese Komödie, die genüsslich die nationalen Eigenarten aufs Korn nimmt. Doch als Außenstehender, sprich: Nicht-Italiener, beschleicht einen mitunter das Gefühl, dass die Klischees von Korruption, fehlendem Gemeinsinn oder das Vergöttern der Mama eher gefeiert werden als wirklich ironisch kritisiert. Zudem macht die Hauptfigur kaum eine Wandlung durch, sondern bleibt der geborene Opportunist. Dazu Evergreens von „Tornero“ bis „Felicita“ und die deutsche Synchronstimme von Bastian Pastewka, selbst in diversen Rollen für beamtentauglich befunden – das ist ganz nett anzusehen. Wirklich komisch oder erhellend ist es nicht.

Quo vado? (OT) I 2016, 86 Min., R: Gennaro Nunziante, D: Checco Zalone, Eleonora Giovanardi, Sonia Bergamasco, Start: 22.9.

Bewertungspunkte4

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