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„Der Wald ist wie die Berge“ im Kino

Der Wald ist wie die Berge

Eine Langzeitbeobachtung unter Roma in Rumänien, die noch viel längere Zeiträume in den Blick bekommt: Denn letztlich handelt dieser Film von Christiane Schmidt (Kamera) und Didier Guillain (Ton) von der Ablösung einer Lebensform. Die Roma, die hier noch gelegentlich zu Ernteeinsätzen aufbrechen, dabei aber schon beim Durchqueren der Dörfer nicht mehr auf sich aufmerksam machen sollen, hatten lange nach einem landwirtschaftlichen Rhythmus gelebt, den hier ein melancholischer Patriarch noch so lange wie möglich aufrechtzuerhalten versucht.
Schmidt und Guillain begeben sich im besten Sinn mitten unter die Leute, ohne jemals voyeuristisch oder aufdringlich zu sein. Gerade auch mit dem Blick der Kinder und in der Begegnung mit einer anmutigen Landschaft wird „Der Wald ist wie die Berge“ zu einer zwiespältigen Pastorale: Eine bergende Natur gibt es nicht, von den Beeren am Wegrand kann niemand leben. Was bleibt? Nagende Ungewissheit – und höchst intensive Eindrücke.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Arsenal – Institut für Film und Videokunst

Orte und Zeiten: „Der Wald ist wie die Berge“ im Kino in Berlin

Der Wald ist wie die Berge (Padurea e ca muntele, vezi?), Deutschland/Rumänien 2014; Regie: Christiane Schmidt, Didier Guillain; 101 Minuten

Kinostart: Do, 07. Mai 2015

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