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„Detective Dee“ von Tsui Hak

Detective Dee

Zunächst erwischt es den kaiserlichen Bauleiter, kurz darauf den ermittelnden Polizeiminister: Beide Würdenträger gehen von einer Minute zur nächsten in Flammen auf. Was hat es mit diesen mysteriösen Todesfällen auf sich, die die Krönungszeremonie für Wu Zetian zu verzögern drohen? Politische Gegner hat Wu, die erste Frau, die sich anschickt, den chinesischen Thron zu besteigen, mehr als genug. Und ausgerechnet einen ihrer Gegner, Detektiv Di Renjie, lässt die Kaiserin in spe nun aus der Verbannung holen, auf dass er den rätselhaften Fall löse.
Es geht nichts über eine ordentliche Palastintrige. Erst recht nicht, wenn sie mit solchem Aplomb vorgetragen wird wie in Tsui Harks „Detective Dee“. Das mit Andy Lau, Carina Lau und Tony Leung Kar-fai prominent besetzte Werk ist ein Fantasy-Spektakel, das diese Bezeichnung tatsächlich auch verdient. Von den Kostümen über die Ausstattung und die Schauplätze bis hin zu den Kampfsequenzen – alles an „Detektive Dee“ ist über die Maßen aufwändig und glanzvoll. Und doch verläßt sich Tsui Hark nicht allein aufs opulente Blendwerk, sondern sorgt mit geschliffenen Dialogen, durchdachter Figurencharakterisierung und unvorhersehbarem Handlungsverlauf für Spannung und Unterhaltung bis zur letzten Sekunde.
„Detektive Dee“ ist eine psychedelische Phantasmagorie, ein fesselnder Fiebertraum, kinetisches Kino in Hochform – das nicht nur nostalgische Erinnerungen an die große Zeit des Hongkong-Kinos wachruft, sondern ohne Vertun an dessen schöne Traditionen anknüpft.

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: Herausragend

Detective Dee, China/Hongkong 2010; Regie: Tsui Hark; 118 Minuten + Bonusmaterial: Interviews mit Cast und Crew, B-Roll, Trailer; erschienen bei Koch Media.

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