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„Deutschboden“ im Kino

Deutschboden

2010 hat der Journalist Moritz von Uslar unter dem ein wenig spekulativen Titel „Deutschboden“ einen ausführlichen Bericht über das Leben in einer brandenburgischen Kleinstadt veröffentlicht. Nun folgt dazu der Film, der sehr gut vermittelt, was Uslar einmal als seine ursprüngliche Devise ausgegeben hat: „Ich stelle mich hin, saufe und warte, wie sich die Dinge entwickeln.“ So werden wir Zeugen von Szenen, wie sie sich nach 23 Uhr am Nachtschalter einer Tankstelle ergeben, wir sitzen viel in Kneipen und gelegentlich werden auch ernsthafte Themen gestreift: Wie es ist, Soldat zu sein, oder wie Familien mit Kindern umgehen, die in die rechtsradikale Szene geraten. Zu alldem gibt es teils exzellente Bücher und Filme, doch Uslar setzt bei seiner „teilnehmenden Beobachtung“ ganz auf die kalkulierte Naivität des unter Niveau gehenden Starreporters, der nach einem Leben sucht, „das angeschaut werden wollte“. Diese Haltung, verkörpert durch die all-gegenwärtige Stimme des Erzählers auch im Film, macht „Deutschboden“ zu einem öden Exempel von Normalitätstourismus.

Text: Bert Rebhandl

Foto: W-film / Florianfilm

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Deutschboden“ im Kino in Berlin

Deutschboden, ?Deutschland 2013; Regie: Andrй Schäfer; 96 Minuten; FSK 0

Kinostart: 27. März

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