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DFFB- und Ken Adam Archiv

DFFB- und Ken Adam Archiv

Die Online-Projekte verzahnen multimediale Erzählformen wie Video-, Bild- und Audiogalerien mit Essays, Interviews, Biografien und Chroniken. Mit diesem Konzept bieten beide Angebote online einer breiten Öffentlichkeit einen leichten Zugang zu Archivmaterial. Wissenschaftler finden darüber hinaus vertiefende Möglichkeiten der Recherche zu rund 50 Jahren wechselvoller DFFB-Geschichte wie zum künstlerischen Lebenswerk des bedeutenden Production Designers Ken Adam. Als Pilotprojekte setzen die Online-Archive der Deutschen Kinemathek Standards für die Erschließung und Darstellung filmkultureller Archive.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1966 ist die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) mit der Deutschen Kinemathek eng verbunden: Die in der DFFB entstandenen Filme werden in der Deutschen Kinemathek archiviert und teilweise in den Verleih gebracht. Fast 2.300 Titel wurden nun für die Online-Veröffentlichung erfasst. Mehr als 70 Produktionen sind zumeist in voller Länge zu sehen, unter ihnen frühe Arbeiten von Hartmut Bitomsky, Carlos Bustamante, Harun Farocki, Edna Politi und Helke Sander. Diese Produktionen und ebenfalls veröffentlichten Begleitdokumente offenbaren die Besonderheiten und Lehrkonzepte einer der ältesten Filmschulen Deutschlands. Das Konzept des Online-Projekts reflektiert den politischen Aufbruch und Reifeprozess der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft und beschreibt die DFFB als einen Seismografen politischer, kultureller und ästhetischer Strömungen des Berliner Kulturlebens der vergangenen 50 Jahre.

Ken Adam Archiv
Sir Ken Adam (1921-2016) war einer der bedeutendsten Production Designer des 20. Jahrhunderts. Mit seinen stilprägenden Sets hat der gebürtige Berliner Filmgeschichte geschrieben. Durch seine herausragende Arbeit für sieben James-Bond-Produktionen in den 1960er- und 1970er-Jahren ist er berühmt geworden. Im Verlauf eines halben Jahrhunderts arbeitete er an fast 100 Filmprojekten, zwei Operninszenierungen, einem Multimediaprojekt und verschiedenen Ausstellungen. Sein umfangreiches künstlerisches Werk vertraute er 2012 der Deutschen Kinemathek an, darunter 6.000 grafische Entwürfe, zahlreiche Fotos, Briefe und Auszeichnungen wie seine beiden Oscars sowie Rechercheunterlagen zu einzelnen Filmproduktionen. Das Online-Archiv veranschaulicht den Entstehungsprozess von den ersten Skizzen bis zum fertigen Set. Essays, Gespräche und Gallerien nähern sich der Biografie des Ausnahmetalents, verdeutlichen Ken Adams kreatives Vorgehen und erschließen die Einflüsse und Wirkungen seines Werkes.

https://ken-adam-archiv.de

https://dffb-archiv.de

Foto: Jürgen Keiper / Deutsche Kinemathek

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