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„Die Bücherdiebin“ im Kino

Die Bücherdiebin

Warum werden Geschichten über den Holocaust im Film oft – direkt oder indirekt – in der ersten Person erzählt? Weil jemand übrig geblieben sein muss, um zu berichten. Die persönliche Erzählhaltung steht für einen Vertrag mit dem Zuschauer: Bei allem Grauen wird dieses hier nicht böse enden. In „Die Bücherdiebin“ ist die Titelheldin Liesel Garant dieser Rettung. Als ihre politisch verfolgten Eltern das Land verlassen, kommt sie zu Pflegeeltern, an deren raue Art sie sich nur langsam gewöhnt. Doch der sprichwörtliche goldene Kern zeigt sich bald, der Vater bringt ihr Lesen bei und die dauerkeifende Mutter versteckt dann sogar einen Juden im Keller. Für ihn wird Liesel zur Bücherdiebin.
Regisseur Brian Percival ist mit „Downton Abbey“ zu Ruhm gelangt. Doch sein Stil taugt nicht für die deutsche Provinz in der NS-Zeit: Das Kunstgewerbliche wirkt feige, das Pathetische (vor allem der Soundtrack von John Williams) falsch und manipulativ. Da hilft es auch nicht, dass der Off-Erzähler schließlich eine überraschende Identität preisgibt. Mit der deutschen Stimme von Ben Becker ist er ohnehin eher ein sentimentaler Bruder.

Text: Stella Donata Haag

Foto: 2013 Twentieth Century Fox

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Die Bücherdiebin“ im Kino in Berlin

Die Bücherdiebin (The Book Thief), ?USA/Deutschland 2013; Regie: Brian Percival; Darsteller: Sophie Nйlisse (Liesel), Geoffrey Rush (Hans Hubermann), Emily Watson (Rosa Hubermann); 132 Minuten; FSK 6

Kinostart: 13. März

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