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Die Dokumentation „Bergauf, bergab“ im Kino

Jedes Jahr zieht die Bergbauernfamilie Kempf zehn Mal um. Zehn Mal geht es bergauf und bergab zwischen den drei auf un­terschiedlichen Höhen gelegenen Höfen, die die Kempfs im Schächental im Schweizer Kanton Uri bewirtschaften. Je nachdem, wo die Wiesen gerade am saftigsten sind oder das Heu für den Winter eingebracht werden muss, wandern Kind und Kegel und Vieh zwischen dem Pfaffen auf 1725 Metern, dem Bieler auf 1130 und dem Buchen auf 560 Metern hin und her.
Eine dreistufige Landwirtschaft nennt man das, und die Kantonsverwaltung hat am Fortbestand derlei aufwendiger traditioneller Bewirtschaftungsformen eigentlich schon längst kein Interesse mehr. Davon aber lassen sich die drei Generationen Kempfs, deren Alltag und Jahresverlauf Hans Haldimann in „Bergauf, bergab“ dokumentiert, nicht entmutigen. Zwar sei das Leben, das sie führten, ein „strenges“, also hartes, sagt Bauersfrau Monika, aber es sei eben auch eines voll Schönheit und Zufriedenheit. Und immer mal wieder gelingt es Haldimann, der als teilnehmender Beobachter den scheuen Bauern nie zu nahe tritt, vom Glück ihrer erdnahen Existenz etwas einzufangen, ohne dabei in die wohlfeile Propaganda nicht entfremdeter Arbeit abzugleiten.

Text: Alexandra Seitz
 
tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Bergauf, bergab“ im Kino in Berlin 

Bergauf, bergab, Schweiz 2008; Regie: Hans Haldimann; Farbe, 103 Minuten

Kinostart: 23. Juli

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