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Die Dokumentation „Hйlio Oiticica“ im Kino

Hйlio Oiticica

Der brasilianische Künstler Hйlio Oiticica lebte und arbeitete in einer Zeit, in der Repression und Aufbruch eng miteinander verknüpft waren. Die lateinamerikanischen Militärregimes suchten in den 60er-Jahren den Schulterschluss mit der amerikanischen Hegemonialmacht, zugleich suchten die Eliten den Kontakt mit der westlichen Moderne. Oiticica begann mit Skulpturen, die zugleich Farbstudien oder auch so etwas wie Konzeptmöbel waren – seine „Bуliden“ zählen heute zu den Höhepunkten der Kunst des 20. Jahrhunderts. Für einen Film hat der 1980 früh verstorbene Oiticica reichlich Material hinterlassen, trotzdem vermag das von seinem Neffen Cesar Oiticica Filho gestaltete Porträt durch einen Detailreichtum zu überzeugen, der stellenweise fulminant ist: die intensiven Beziehungen zur populären Kultur der Zeit („Tropicalismo“ ist ein wesentliches Stichwort), das politische und soziale Engagement des mit Außenseiterpathos spielenden Oiticica und seine Zeit in Amerika werden thematisiert, und auch wenn so eine fast stakkatohafte Montage manche Ambivalenzen einebnet, ist dies jedenfalls eine sehenswerte Hommage.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Arsenal – Institut für Film und Videokunst

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Hйlio Oiticica“ im Kino in Berlin

Hйlio Oiticica?, Brasilien 2012; Regie: Cesar ?Oiticica Filho; 94 Minuten; ?FSK k.A.

Kinostart: 3. Oktober

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