Kino & Stream

Die Dokumentation „Herrenkinder“ im Kino

In diesen sollte während des Dritten Reiches die künftige Elite des Landes ausgebildet werden. Wer drin war, durfte sich als auserwählt fühlen und wurde wie Dreck behandelt: Militärischer Drill, Schikanen durch Mitschüler und ideologische Indoktrinationen waren die Tagesordnung.
Unter den ehemaligen Napola-Schülern finden sich so illustre Namen wie die des Kritikers Hellmuth Karasek und des langjährigen Herausgebers der „Zeit“, Theo Sommer. Der Dokumentarfilm „Her­renkinder“ fragt nach dem „Erbe“ von Napola: Wie blicken die einstigen Schüler auf diese Zeit zurück? Welche Folgen hat dieses Erziehungssystem für die Kinder und Kindeskinder? Das Sujet ist von hoher Relevanz, leider zerschneiden die Filmemacher In­terviews und Archivmaterial zu suggestiven Bild- und Toncollagen und nehmen sich weder Zeit für geduldige Beobachtungen noch für Nachfragen, etwa bei Theo Sommers Einschätzung, dass das NS-Internat „Wahrhaftigkeit, Lauterkeit und Rechtschaffenheit“ gelehrt hätte.

Text: Dietmar Kammerer

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Herrenkinder“ im Kino in Berlin

Herrenkinder, Deutschland 2008; Regie: Eduard Erne; Farbe, 95 Minuten

Kinostart: 3. Dezember

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