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Die Dokumentation „Jagdzeit“ im Kino

Helden von heute haben kein Privatleben, dafür hehre Ideale. Sie trotzen allen Elementen und siegen trotzdem nicht immer – gemeint sind die Aktivisten von Greenpeace. 37 Männer und Frauen befinden sich an Bord der „Esperanza“, Kurs Antarktis. Sie wollen die japanische Walfangflotte bei ihrem jährlichen illegalen Abschlachten der Meeressäuger stören, doch das ist leichter gedacht als getan.
Zweieinhalb Monate verfolgt Regisseurin Angela Graas das Treiben an Bord. Sie filmt Lange­weile und Seekrankheit, Heimweh und Idealismus, gefährliche Brecher und verzaubernde Natur. Dann schieben sich japanische Schiffe ins Bild. Jeder kennt die Bilder, auf denen sich Greenpeace-Mitglieder zwischen Harpunen und Wale manövrieren. Doch die Japaner fliehen und hoffen, dass der „Esperanza“ der Treibstoff ausgeht.
Die Rechnung geht auf, die Sache bleibt bis auf eine kurze Schlauchbootaktion recht unspektakulär, rettet trotzdem hun­derte Wale, die während der Verfolgung nicht gejagt werden konnten. „Jagdzeit“ verklärt nichts, weder das grausame Abschlachten von Walen im Namen der japanischen „Forschung“, noch den offensichtlich ungleichen Kampf David gegen Goliath.

Text: Cristina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Jagdzeit“ im Kino in Berlin

Jagdzeit, Deutschland 2009; Regie: Angela Graas; Farbe, 88 Minuten

Kinostart: 14. Januar

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