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Die Dokumentation „Memelland“ im Kino

Entlang der Küste der Ostsee bildet fast jeder Fluss eine Grenze, über die im Lauf Hunderter Jahre die Menschen hin- und her- gewandert sind, vertrieben wurden, geflüchtet sind. Das Land im Osten der unteren Memel heißt heute „Klein-Litauen„, es gehört zu dem unabhängigen Staat, der vor noch nicht einmal einer Generation zur Sowjetunion gehörte. 1972 reiste Volker Koepp, damals ein ganz junger Filmemacher der DDR, in die Gegend. Er brachte „Grüße aus Sarmatien“ mit. 36 Jahre später ist er wieder in das „Memelland“ gefahren und schuf ein Landschafts- und Menschenporträt, wie er es inzwischen zu seinem Markenzeichen gemacht hat: Die großartige Kamera von Thomas Plenert öffnet den Horizont, vor dem in persönlichen Erzählungen die Geschichte des 20. Jahrhunderts ganz konkret und individuell wird.
„Memelland“ schließt an „Kurische Nehrung“ (2001) und zahlreiche andere Arbeiten von Volker Koepp an – mit jedem neuen Eintrag in diese deutsche Weltchronik wird der Gesamteindruck imposanter und anrührender.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Herausragend

Orte und Zeiten: „Memelland“ im Kino in Berlin 

Memelland, Deutschland 2008; Regie: Volker Koepp; Farbe, 88 Minuten

Kinostart: 27. August

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