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Die Dokumentation „Rachel“ im Kino

Rachel

2003 wurde die amerikanische Studentin Rachel Corrie in Gaza von einem Bulldozer der israelischen Armee überfahren und getötet. Dem offiziellen Bericht entsprechend handelte es sich um einen Unfall. Der Verdacht, der im Raum steht, beläuft sich auf Aggression. Der Lenker des mechanischen Ungetüms könnte mit Absicht die störende Demonstrantin unter seiner Maschine begraben haben.
Simone Bitton („Die Mauer“) rollt in „Rachel“ diesen Fall aus verschiedenen Perspektiven neu auf: Aktivisten kommen zu Wort, auch Sprecher und Soldaten der israelischen Armee erläutern ihr Vorgehen im Gazastreifen, der an wichtigen Stellen im Wesentlichen flach gemacht wurde, damit für Terroristen keine Schlupfwinkel bleiben. Besonders beeindruckend ist das Archivmaterial: Aus Fotografien, Tonaufzeichnungen und relevanten Videos entsteht ein sehr konkretes Bild der Ereignisse. Ein israelischer Soldat, der sich aus einem der Bulldozer herauslehnt, ruft den internationalen Aktivisten fast verzweifelt zu: „Das hier ist mein Problem, nicht euer Problem!“ Es ist ein globales Problem, wie „Rachel“ zeigt.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Rachel“ im Kino in Berlin

Rachel, Frankreich/Belgien 2009; Regie: Simone Bitton; 100 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 11. November 

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