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Die Dokumentation „Room 237“ im Kino

Room 237

„Heeere’s Johnny!“ Jack Nicholsons Ausruf und sein dämonisches Grinsen wird niemand vergessen, der Stanley Kubricks 1980 gedrehte Stephen-King-Adaption „The Shining“ einmal gesehen hat. War Nicholsons Figur in ihrem Wahnsinn ziemlich eindeutig, so entpuppte sich der Schauplatz des Films, das Overlook Hotel, als ein undurchdringliches Labyrinth. Nicht nur das, auch der Film als Ganzes bietet zahlreiche Lesarten an, die nicht zuletzt um die Frage kreisen: Was befindet sich in Raum 237? Verschwörungstheoretikern öffnet sich hier ein weites Feld, das zeigt dieser Dokumentarfilm, der fünf Menschen zu Wort kommen lässt, von denen jeder seine ganz eigene Vorstellung davon hat, was „The Shining“ an geheimen Botschaften transportiert.
So wie die Fünf, darunter ein Geschichtsprofessor, zunächst einen durchaus seriösen Eindruck machen, so nähert sich Rodney Ascher ihnen und ihren Gedankengebäuden auf nüchtern-wissenschaftliche Weise und macht durch zahlreiche Filmausschnitte diese Gedankengänge nachvollziehbar. Aber irgendwann wird auch der Wahnwitz darin sichtbar – und zieht den Zuschauer doch immer mehr in das Labyrinth hinein. Einer der aufregendsten Filme zum Kino seit Langem.

Text: Frank Arnold

Foto: Rapid Eye Movies

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Room 237“ im Kino in Berlin

Room 237, ?USA 2012; Regie: Rodney Ascher; 107 Minuten; FSK 16; Kinostart: 19. September

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