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„Die doppelte Stunde“ im Kino

Die_doppelte_StundeSonia (Ksenia Rappoport) ist aus Slowenien nach Italien gekommen. Sie arbeitet als Zimmermädchen in einem Hotel, die Kolleginnen ziehen sie auf, weil sie nie lächelt. Bei einem Speed Dating lernt sie den geheimnisvollen Guido (Filippo Timi) kennen, der früher einmal bei der Polizei war, nun aber als Wachmann in einer Villa arbeitet, deren Besitzer selten da ist. Während eines Spaziergangs im Garten werden Sonia und Guido Opfer eines Raubüberfalls, an dem allerdings eine Menge unklar bleibt.

Diese Unklarheit ist auch so etwas wie das Strukturprinzip von Giu­seppe Capotondis „Die doppelte Stunde“, in dem lange nicht klar wird, ob es sich hier um einen Thriller im klassischen Sinn handelt – oder vielleicht doch eher um ein Spiel mit Wirklichkeiten, die immer einen doppelten Boden haben. Die Spannung beruht nicht zuletzt auf einer dreiaktigen Dramaturgie, die das Geschehen immer wieder neu lesbar macht. Ein beachtenswerter Versuch, das Thriller-Genre mit Blick auf große Vorbilder (bis zu Hitchcocks „Vertigo“) mit Sinn für Stimmung und Details neu zu beleben.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Die doppelte Stunde“ im Kino in Berlin

Die doppelte Stunde Italien 2009; Regie: Giuseppe Capotondi; Darsteller: Kseniya Rappoport (Sonia), Filippo Timi (Guido), Antonia Truppo (Mar­gherita); 96 Minuten; FSK 12

Kinostart: 19. Mai

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