Drama

„Die Einsiedler“ im Kino

Unten in einem Tal in Südtirol arbeitet Albert für eine Minengesellschaft. Ein wortkarger Einzelgänger ist er, hat kaum Freunde, ist im Umgang mit anderen Menschen und vor allem Frauen wenig erfahren

Foto: 2017 Barnsteiner Film

Oben auf dem Berg lebt seine Mutter Marianne auf einem Hof, auf dem sie seit ewigen Zeiten lebt. Nach dem Tod ihres Mannes ist Marianne die letzte ihrer Art, versorgt die Tiere notdürftig, hält den Hof in Stand, unterstützt von Albert, der den mühseligen Weg aus dem Tal immer häufiger auf sich nimmt.
Von Kontrasten erzählt der Südtiroler Regisseur Ronny Trocker in seinem Spielfilmdebüt, von den Gegensätzen zwischen Berg und Tal, einer Welt, die schon immer so war, wie sie ist, und einer, in der sich alles ständig verändert. Das liest sich altbekannt, doch was Trocker aus dieser Geschichte macht, ist eindrucksvoll: ein sparsames Drama, in dem kaum gesprochen wird, in dem die Schauspieler wirken wie Figuren in einer Dokumentation. Viel Geduld verlangt „Die Einsiedler“, vor allem aber aufmerksames ­Sehen. Bringt man beides mit, wird man mit einem dichten Drama ­belohnt, dass es sich und dem Zuschauer nicht leicht macht und gerade deswegen beeindruckt.

Die Einsiedler D/A, 115 Min., R: Ronny Trocker, D: Andreas Lust, Ingrid Burkhard, Orsolya Tóth, Start: 12.10.

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