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„Die Endlose Nacht“ im Filmkunst 66

Die endlose Nacht

Berlin, Flughafen Tempelhof. Es liegt dichter Nebel, sämliche Flugzeuge fallen aus. Eine Nacht lang sitzen die Reisenden in der Wartehalle fest und sind sich und ihren Mitreisenden ausgeliefert. Will Tremper erzählt in seinem erfolgreichsten Film eine Geschichte von Begegnungen, die ein Leben verändern können oder eben nicht. Die Geschichten der Reisenden sind miteinander verwoben, aus unterschiedlichsten Gründen finden sich plötzlich alle in derselben Situation wieder: Da ist der alternde Schauspieler Stoltmann, der fürchtet gefeuert zu werden, wenn er nicht rechtzeitig zur Vorstellung erscheint und das abgebrannte Starlett Sylvia, das versucht für die Nacht ein Bett aufzutreiben, sowie der Farmer John Mc Leod, der überhaupt nicht traurig über den Aufenthalt ist, weil er sich in die Schalterdame Juanita verliebt hat. Der Film ist zu Ende, wenn die Nacht vorbei ist und lässt den Zuschauer unschlüssig zurück: Hat er gerade eine Komödie, einen Krimi oder ein Melodrama gesehen?
Ohne festes Drehbuch und mit improvisierten Texten hat Will Tremper einen Film geschaffen, der durch seine Authentizität fasziniert und nicht zuletzt durch Schauspielgrößen wie Werner Peters, Mario Adorf  und die junge Hannelore Elsner überzeugt. Die Produktion wurde 1963 mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet.

Im Filmkunst 66 präsentiert Hannelore Elsner ihr Filmdebüt. Di, 24.04.2012, 20h, Filmkunst 66, Bleibtreustr. 12, Charlottenburg

Die endlose Nacht, BR Deutschland 1963; Regie: Will Tremper; Darsteller: Karin Hübner, Harald Leipnitz, Louise Martini, Hannelore Elsner, Mario Adorf, Wolfgang Spier, 85 Min

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