Politdrama

„Die Erfindung der Wahrheit“ im Kino

Wie steht es um die Unabhängigkeit der Politiker in den USA? Darüber ist im Zuge der vergangenen Präsidentschaftswahl viel diskutiert worden

Foto: Europa Corp/ France 2 Cinema

Auch John Maddens „Die Erfindung der Wahrheit“ führt dorthin, wo es um solche Fragen geht: ins Zentrum der Macht in Washington, wo Lobbyisten großen Einfluss ausüben. Dass Jessica Chastain in der Rolle der Lobbyistin Elizabeth Sloane dieses lukrative Spiel mit Perfektion beherrscht, daran hat man nach ihrem Auftritt keinen Zweifel. Sie gibt die smarte Karriere­frau, kühl und skrupellos entschlossen bei der Sache. Als sie für ihre Agentur einen Auftrag von der Waffenlobby übernehmen soll, die strengere Waffengesetze verhindern will, wechselt sie die Seiten. Regisseur Madden inszeniert diesen Blick auf das Schachern um Stimmen hinter den Kulissen auf solide Weise: in kühler Optik, mit pulsierender Musik und mit Dialogen, die so präzise und schnell sind, wie Sloane denkt und vorgeht. Auf dem Weg zum schwachen Finale tut „Die Erfindung der Wahrheit“ hin und wieder so, als handele es sich um einen Polit-Thriller. Besser aber funktioniert der Film als Porträt seiner Hauptfigur, der Chastains nuanciertes Spiel über manches Klischee hinweghilft.

Miss Sloane (OT) USA 2017, R: John Madden, D: Jessica Chastain, Mark Strong, John Lithgow, Start: 6.7.

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